Anzug für Standesamt: Der ultimative Guide 2026

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Ein Anzug für das Standesamt ist keine Frage des Geldes – sondern der Haltung. Die standesamtliche Trauung ist ein formeller Akt, der stilistisch zwischen elegantem Businesstermin und klassischer Hochzeit liegt. Wer hier richtig gekleidet erscheint, signalisiert Respekt: für den Moment, für die Braut, für den Anlass. Dieser Guide zeigt, welche Anzugtypen, Farben, Passformen und Accessoires wirklich passen – ohne modische Fehler, ohne Unsicherheiten.

Kurz zusammengefasst

Für das Standesamt eignen sich vor allem Einreiher-Anzüge in Marineblau, Mittelgrau oder Anthrazit. Semi-formell bis formell ist der richtige Dresscode-Korridor. Slim Fit oder Modern Fit sind aktuell die passendsten Schnitte. Accessoires wie Einstecktuch und passende Schuhe vollenden das Outfit. Ein schwarzer Anzug wirkt zu funerär, ein Leinenanzug im Sommer ist dagegen eine elegante Wahl.

Wichtiger Hinweis

Das Standesamt ist kein Kostümfest. Wer als Gast erscheint, sollte sich klar vom Bräutigam abheben – keine identischen Farben, kein Overstatement. Auch als Bräutigam gilt: Die Abstimmung mit dem Outfit der Braut ist keine Kleinigkeit, sondern Teil des gemeinsamen visuellen Auftritts.

Das Wichtigste in Kürze

  • Marineblau und Mittelgrau sind die stärksten Standesamt-Farben
  • Slim Fit oder Modern Fit – kein Oversized-Schnitt
  • Weißes oder hellblaues Hemd, dezente Krawatte oder Fliege
  • Braune oder schwarze Lederschuhe je nach Anzugfarbe
  • Dreiteiler und Smoking möglich, aber kein Muss
  • Leinenanzüge im Sommer: erlaubt und stilsicher

„Viele Männer unterschätzen, wie stark ein gut sitzender Anzug die gesamte Energie eines Standesamts verändert. Ich habe dutzende Hochzeiten begleitet – und fast immer war der Bräutigam im schlichten Marineblau-Anzug derjenige, der am stilvollsten wirkte. Nicht weil er der teuerste war, sondern weil er passte.“

Thomas Weidner

Herrenmoden-Redakteur mit 14 Jahren Erfahrung, spezialisiert auf formelle Anlässe und Hochzeitsmode für Männer. Schreibt u.a. für verschiedene Lifestyle-Magazine im deutschsprachigen Raum.

Was trägt man als Mann zum Standesamt?

Ein gut sitzender Anzug im semi-formellen bis formellen Bereich ist die richtige Wahl – kein Frack, aber auch kein Freizeitjackett.

Das Standesamt ist offiziell. Es ist kein Gartenparty-Anlass und kein Businessmeeting, sondern etwas dazwischen – mit einer emotionalen Schwere, die Kleidung widerspiegeln sollte. Ein zweiteiliger Einreiher-Anzug in einer gedeckten Farbe, dazu ein bügelfrisches Hemd und gepflegte Lederschuhe: Das ist das Fundament.

Als Bräutigam darf man ruhig etwas mehr Persönlichkeit zeigen als ein Gast. Ein Dreiteiler, eine Boutonnière am Revers, ein farblich abgestimmtes Einstecktuch – all das ist erlaubt und erwünscht. Gäste hingegen halten sich besser an ein klassischeres Repertoire.

Welche Anzugfarbe eignet sich am besten für das Standesamt?

Marineblau, Mittelgrau und Anthrazit sind die verlässlichsten Farben – elegant, zeitlos und vielseitig kombinierbar.

Marineblau ist seit Jahren die Lieblingsfarbe für Hochzeitsanzüge und das aus gutem Grund: Es wirkt frischer als Schwarz, formeller als Hellblau und lässt sich mit fast jeder Hemd- und Schuhfarbe kombinieren. Mittelgrau ist die universellere Alternative – es bleibt im Hintergrund, ohne langweilig zu sein.

Anthrazit ist die dunklere Variante und eignet sich besonders für Wintertrauungen oder sehr formelle Standesamtszeremonien. Helle Töne wie Beige oder Creme funktionieren im Sommer, wirken in kleinen, nüchternen Standesamtsräumen aber manchmal zu informell.

Anzugfarbe Bester Einsatz Kombiniert gut mit Bewertung Standesamt
Marineblau Ganzjährig Weißes Hemd, braune Schuhe ★★★★★
Mittelgrau Frühling / Herbst Hellblaues Hemd, schwarze Schuhe ★★★★☆
Anthrazit Herbst / Winter Weißes Hemd, schwarze Schuhe ★★★★☆
Schwarz Formelle Wintertrauung Weißes Hemd, schwarze Schuhe ★★★☆☆
Beige / Sandton Sommer Weißes oder hellblaues Hemd ★★★☆☆

Welche Unterschiede gibt es zwischen Bräutigam und Hochzeitsgast am Standesamt?

Der Bräutigam darf stilistisch führen – mehr Detail, mehr Statement. Gäste kleiden sich eleganter, aber zurückhaltender.

Als Gast gilt eine ungeschriebene Regel: nie glamouröser erscheinen als der Bräutigam. Das bedeutet nicht, sich zu verstecken – aber auf auffällige Farben, Dreiteiler mit zu vielen Details oder Smoking-Varianten besser verzichten. Ein klassischer Zweireiher oder schlichter Einreiher in Dunkelblau oder Grau ist immer richtig.

Der Bräutigam hingegen nutzt Accessoires bewusster: Eine Boutonnière, ein abgestimmtes Einstecktuch in der Farbe des Brautkleides oder ein Weste-Jackett-Combo sind kleine Gesten mit großer Wirkung.

Wie formell muss ein Anzug für das Standesamt sein?

Semi-formell bis formell ist der richtige Korridor – kein Freizeit-Blazer, aber auch kein Black-Tie-Outfit.

Das Standesamt bewegt sich stilistisch im Smart-Formal-Bereich. Wer einen klassischen Einreiher mit Hemd, Krawatte und Lederschuhen trägt, ist immer auf der sicheren Seite. Smoking oder Cut sind möglich, wenn eine kirchliche Trauung am selben Tag folgt – aber als alleiniger Standesamt-Look wirken sie oft überdimensioniert.

Expert Insight

Ein häufiger Fehler: Männer wählen einen zu lässigen Look mit offenem Kragen und ohne Krawatte – und bereuen es auf den Fotos. Das Standesamt ist ein Standesakt. Selbst wenn die Feier danach leger wird, sollte die Kleidung beim Termin selbst Haltung zeigen.

Welcher Anzugschnitt passt zu meiner Figur beim Standesamt?

Slim Fit für schlanke Figuren, Modern Fit für athletische oder kräftigere Männer – Regular Fit nur bei gutem Sitz durch einen Schneider.

Die Passform ist die wichtigste Entscheidung überhaupt – wichtiger als Marke oder Preis. Ein Slim-Fit-Anzug sitzt eng am Körper, betont die Schultern und wirkt modern. Er funktioniert bei schlanken bis athletischen Männern sehr gut. Wer breite Schultern oder einen kräftigeren Oberkörper hat, fährt mit Modern Fit besser: mehr Bewegungsfreiheit, trotzdem klare Linie.

Regular Fit kann ebenfalls funktionieren – aber nur, wenn das Sakko perfekt sitzt und nicht am Bauch zieht. Hier ist ein kurzer Besuch beim Schneider keine Übertreibung.

Was ist der Unterschied zwischen Slim Fit, Regular Fit und Modern Fit?

Slim Fit eng anliegend, Regular Fit klassisch locker, Modern Fit die komfortable Mitte zwischen beiden.

Konkret unterscheiden sich die drei Schnitte so:

  • a) Slim Fit: Enger Schnitt an Taille und Bein, kurzes Sakko, moderner Look – ideal für schlanke Figuren
  • b) Modern Fit: Etwas mehr Spielraum als Slim, klar tailliiert, für die meisten Körpertypen geeignet
  • c) Regular Fit: Klassischer Schnitt, mehr Weite, wirkt traditioneller – funktioniert gut bei großen oder kräftigeren Männern

Eignet sich ein schwarzer Anzug für das Standesamt?

Ja, aber er hat Grenzen: Schwarz wirkt schnell zu streng oder funerär – besser für Wintertrauungen oder sehr formelle Anlässe.

Schwarz ist keine schlechte Wahl, aber die anspruchsvollere. Wer ihn trägt, braucht das richtige Hemd (reinweiß, kein Grau), die richtigen Schuhe und das richtige Auftreten. Für den Sommer ist Schwarz fast immer zu schwer – visuell und thermisch. Im Winter und in Kombination mit einem weißen Hemd und schwarzer Krawatte kann er sehr elegant wirken.

Warum ist ein blauer Anzug so beliebt für standesamtliche Trauungen?

Marineblau verbindet Eleganz mit Frische – es wirkt weder zu streng noch zu lässig und passt zu fast allen Begleit-Outfits.

Es gibt einen Grund, warum so viele Bräutigame zum Marineblau greifen: Es ist schlichtweg das vielseitigste Stück im formellen Repertoire. Auf Fotos wirkt es warm und lebendig, ohne die Braut zu überschatten. Es harmoniert mit Weiß, Creme, Champagner und Pastell – also mit fast jedem Brautkleid-Ton.

Welche Stoffarten eignen sich für Standesamt-Anzüge am besten?

Wolle ganzjährig, Leinen im Sommer, Woll-Baumwoll-Mischgewebe für Übergangszeiten – Synthetik möglichst vermeiden.

Wolle ist der Klassiker unter den Anzugstoffen – atmungsaktiv, faltenfest, langlebig. Für Herbst, Winter und Frühling ist ein Wollanzug die erste Wahl. Im Sommer übernimmt Leinen die Führung: leicht, luftig, mit einem natürlichen Charme. Wer einen Kompromiss sucht, greift zu Schurwolle-Seide- oder Woll-Leinen-Mischgeweben.

Sollte ich einen Anzug für das Standesamt kaufen oder mieten?

Kaufen lohnt sich immer dann, wenn der Anzug danach weiter genutzt wird – Miete ist sinnvoll bei sehr speziellen Stücken wie Smoking oder Cut.

Die ehrliche Antwort: Wer einen klassischen Marineblau- oder Grauanzug mietet, verschenkt Geld. Diese Stücke sind zu tragbar, um sie nur einmal zu nutzen. Ein ordentlicher Konfektionsanzug ab 250–400 Euro hält viele Jahre und kann zu Businessterminen, anderen Hochzeiten oder Galas getragen werden. Die Miete macht wirklich nur bei sehr formellen Outfits Sinn, die man danach definitiv nie wieder tragen würde.

Wie finde ich die richtige Passform für meinen Standesamt-Anzug?

Schulternaht auf der Schulter, keine Falten am Kragen, Hosenbein bricht leicht über dem Schuh – diese drei Punkte sind entscheidend.

Die Schulternaht ist der wichtigste Indikator: Sie muss exakt auf der Schulter sitzen, nicht überhängen. Hängt sie über, hilft kein Schneider mehr. Am Rücken dürfen keine horizontalen Falten entstehen – das deutet auf zu enge Schultern hin. Das Hosenbein endet idealerweise mit einem leichten Knick über dem Schuh, nicht kürzer, nicht wesentlich länger.

Welche Anzugfarben passen zu welcher Jahreszeit am Standesamt?

Hellere Töne im Frühling und Sommer, dunklere Töne in Herbst und Winter – das ist die grobe Faustregel.
  • a) Frühling: Mittelgrau, Hellblau, Mittelblau – frische Töne, leichte Stoffe
  • b) Sommer: Beige, Sandton, Hellgrau, Marineblau in Leinen oder leichter Wolle
  • c) Herbst: Anthrazit, Brauntöne, tiefes Marineblau, Flanell-Grau
  • d) Winter: Anthrazit, Dunkelgrau, Nachtblau, bei Bedarf Schwarz

Welcher Anzug eignet sich für eine standesamtliche Hochzeit im Sommer?

Ein heller Leinenanzug oder ein leichter Wollanzug in Marineblau oder Hellgrau – keine dunklen, schweren Stoffe.

Sommer bedeutet Hitze in kleinen Standesamtsräumen. Ein Leinenanzug in Hellgrau oder Marineblau ist hier die komfortabelste und stilsicherste Wahl. Wer Leinen zu formlos findet, nimmt einen leichten Schurwoll-Sommer-Anzug – der hält die Form, atmet aber deutlich besser als ein normaler Winteranzug.

Kann ich einen Leinenanzug zum Standesamt tragen?

Ja – ein Leinenanzug im Sommer ist eine stilsichere und elegante Entscheidung, wenn er gut sitzt und gebügelt ist.

Leinen hat den Ruf, schnell zu knittern. Das stimmt. Aber wer seinen Leinenanzug kurz vor dem Standesamt aufhängt und nicht kniend wartet, sieht auf den Fotos tadellos aus. Wichtig: Leinen muss gut geschnitten sein, damit er nicht schlampig wirkt. Ein Slim-Fit-Leinenanzug in Marineblau mit weißem Hemd ist im Sommer kaum zu übertreffen.

Was trage ich zum Standesamt im Winter?

Dunkelgrau oder Anthrazit in schwerem Schurwoll-Stoff, dazu weißes Hemd, dunkle Krawatte und schwarze Oxford-Schuhe.

Wintertrauungen erlauben tiefere Farbtöne und schwerere Stoffe. Ein Flanell-Anzug in Dunkelgrau wirkt warm und substanziell – ideal für die kühlere Jahreszeit. Anthrazit mit weißem Hemd und einer dezenten grauen oder burgunderroten Krawatte ist eine sehr elegante Kombination. Accessoires dürfen im Winter etwas kräftiger ausfallen.

Passt ein beiger oder heller Anzug zum Standesamt?

Im Sommer ja – in kleinen Innenräumen oder im Winter kann ein heller Anzug zu informell oder deplatziert wirken.

Ein beiger Anzug im Sommer, kombiniert mit einem weißen Leinenhemd und braunen Suede-Schuhen, kann wirklich schön aussehen – vorausgesetzt, das Umfeld gibt das her. Wer in einem modernen, lichtdurchfluteten Standesamt heiratet, kann damit sehr stilvoll punkten. In klassischen, dunkleren Behördenräumen verliert Beige schnell seinen Charme.

Welche Hemdfarbe kombiniere ich mit meinem Standesamt-Anzug?

Weiß ist immer richtig. Hellblau funktioniert mit fast jedem Anzug außer Schwarz. Stärkere Farben nur mit viel Feingefühl.

Ein weißes Hemd ist das unfehlbare Fundament. Es macht jeden Anzug elegant, lässt die Krawatte oder Fliege strahlen und wirkt auf Fotos immer gut. Hellblau ist die modernere Alternative – warm, freundlich, nicht zu formal. Wer ein Muster wählt, hält es dezent: ein feines Streifen- oder Karomuster in einer ähnlichen Farbfamilie wie der Anzug.

Krawatte oder Fliege zum Standesamt – was passt besser?

Die Krawatte ist die klassischere und sicherere Wahl. Die Fliege wirkt charaktervoller, aber auch anspruchsvoller in der Gesamtkombination.

Es gibt keine absolute Regel. Wer unsicher ist, nimmt die Krawatte – eine schlichte Seidenkrawatte in Dunkelblau, Burgunder oder Anthrazit passt immer. Die Fliege dagegen ist ein Statement. Sie verlangt, dass das gesamte Outfit darauf abgestimmt ist: Anzug, Hemd, Einstecktuch müssen harmonieren. Wer das schafft, wirkt damit außerordentlich elegant.

Welche Schuhfarbe passt zu welchem Anzug am Standesamt?

  • a) Marineblauer Anzug: Braune oder burgunderfarbene Oxford-Schuhe – klassisch und warm
  • b) Grauer Anzug: Schwarze oder dunkelbraune Schuhe – je nach Ton des Graus
  • c) Schwarzer Anzug: Ausschließlich schwarze Lederschuhe – Oxford oder Derby
  • d) Beige / heller Anzug: Braune Suede- oder Wildlederschuhe – elegant und stimmig

Sind braune Schuhe zum Standesamt-Anzug erlaubt?

Absolut – braune Schuhe zum Marineblau- oder Grauanzug sind keine Ausnahme, sondern eine besonders stilvolle Kombination.

Das alte „No brown in town“-Diktat gilt längst nicht mehr. Braune oder cognacfarbene Oxford-Schuhe zum Marineblauanzug sind heute eine bewusste Stilentscheidung, die Kenntnis signalisiert. Wichtig: Das Leder muss poliert und gepflegt sein. Abgetretene braune Schuhe sind kein Stilelement – sie sind ein Fauxpas.

Welche Accessoires gehören zu einem kompletten Standesamt-Outfit?

  • a) Einstecktuch: Im Brusttaschen des Sakkos, in Weiß, Creme oder in einer Farbe, die Krawatte aufnimmt
  • b) Uhr: Klassische Leder- oder Metallband-Uhr, keine Sportuhr
  • c) Gürtel oder Hosenträger: Gürtel muss Schuhfarbe aufgreifen – bei Hosenträgern kein Gürtel
  • d) Manschettenknöpfe: Bei Hemd mit Umschlagmanschette ein schönes Detail
  • e) Boutonnière (Bräutigam): Kleiner Blumenstecker im Revers – passt zum Brautstrauß

Wie wichtig ist die Abstimmung mit dem Outfit der Braut?

Sehr wichtig – vor allem Farb- und Stilharmonie. Das Paar soll auf Fotos wie aus einem Guss wirken, nicht zufällig zusammengekommen.

Das bedeutet nicht, dass Anzugfarbe und Brautkleid identisch sein müssen. Aber der Kontrast sollte bewusst gewählt sein. Wer zu einem weißen Brautkleid einen cremeweißen Anzug trägt, riskiert einen ungewollten Farbwiderspruch auf Fotos. Ein tiefer Marineblauanzug zur weißen Braut dagegen wirkt klar und stark. Kurze Absprache mit der Braut – ein Must.

Darf ich als Gast einen Anzug in der gleichen Farbe wie der Bräutigam tragen?

Besser nicht – dieselbe Anzugfarbe wie der Bräutigam kann auf Fotos verwirrend wirken und wirkt taktlos gegenüber dem Brautpaar.

Informiere dich im Zweifel kurz vorab, was der Bräutigam trägt. Das ist kein übertriebenes Protokoll, sondern einfach Rücksicht. Marineblau und Anthrazit sind so verbreitet, dass Überschneidungen schnell passieren. Als Gast bist du mit Mittelgrau oder einem klassischen Dunkelblau in einem anderen Ton fast immer auf der sicheren Seite.

Was sollte ich beim Standesamt-Anzug vermeiden?

  • a) Zu weite Passform – ein schlecht sitzender Anzug wirkt nachlässig
  • b) Knallige Farben wie Rot, Grün oder Leuchtblau als Gesamtanzug
  • c) Ungebügeltes Hemd oder Kragenfalten
  • d) Sportliche Uhren oder Sneaker zum formellen Anzug
  • e) Keine Socken oder sichtbare Knöchelsocken bei formellen Hosen

Kann ich einen Smoking zum Standesamt tragen?

Ja, aber er ist nur dann stimmig, wenn der gesamte Rahmen des Hochzeitstages formell ist – etwa bei anschließendem Black-Tie-Dinner.

Ein Smoking für die reine Standesamtszeremonie wirkt schnell deplatziert, es sei denn, die Feier danach hat ein entsprechendes Niveau. Wer eine Abendgesellschaft im Hotel-Ballsaal plant, trägt den Smoking den ganzen Tag. Wer danach in ein kleines Restaurant geht, wählt lieber einen eleganten Anzug und tauscht diesen später gegen den Smoking.

Ist ein Dreiteiler eine gute Wahl für das Standesamt?

Ja – ein Dreiteiler ist eine stilvolle, leicht gehobene Alternative zum Zweireiher und wirkt auf Fotos sehr elegant.

Der Dreiteiler hat ein natürliches visuelles Gewicht. Die Weste strukturiert die Silhouette, gibt dem Outfit eine vertikale Linie und signalisiert Sorgfalt. Bräutigame wählen ihn gerne als Mittelweg zwischen klassischem Anzug und Smoking. Wichtig: Alle drei Teile müssen aus demselben Stoff sein – gemischte Sets sehen aus wie Zufall, nicht wie Stil.

Wo kaufe ich einen hochwertigen Anzug für das Standesamt?

Große Herrenmoden-Häuser, spezialisierte Schneider oder ausgewählte Online-Händler mit Rückgaberecht – Qualität vor Preis-Aktionismus.

Stationärer Handel bietet den Vorteil der Beratung und direkten Anprobe. Gute Adressen sind spezialisierte Herrenmoden-Händler sowie die Anzug-Abteilungen von Kaufhäusern mit eigenem Schneiderservice. Online lohnen sich Marken, die Maßnehm-Guides anbieten und Retouren unkompliziert ermöglichen. Wer wirklich sicher sein will, geht zum Schneider.

Wie viel sollte ich für einen Standesamt-Anzug ausgeben?

Zwischen 300 und 800 Euro für einen soliden Konfektionsanzug. Darüber hinaus beginnt der Maßbereich – mit deutlich anderem Tragekomfort und Passform.

Unter 200 Euro gibt es Anzüge, die auf den ersten Blick gut aussehen – und auf Fotos oft nicht mehr. Das Futter knirscht, der Stoff glänzt unter Licht, die Nähte weichen nach einem Jahr auf. Wer den Anzug wirklich mehrfach tragen will, investiert einmal richtig. 400 bis 600 Euro sind ein realistisches Budget für einen Anzug, der zehn Jahre hält.

Lohnt sich ein maßgeschneiderter Anzug für das Standesamt?

Ja – wenn das Budget es erlaubt und der Anzug danach regelmäßig getragen wird. Für einen einmaligen Einsatz ist gute Konfektionsware meist ausreichend.

Ein Maßanzug sitzt anders. Das merkt jeder, der einmal einen getragen hat. Er sitzt so, als hätte man ihn nie anders getragen. Für das Standesamt lohnt er sich vor allem dann, wenn man eine ungewöhnliche Körperform hat, bei der Konfektionsgrößen nie wirklich passen. Der Preis beginnt je nach Schneider und Stoff bei rund 800 Euro – nach oben gibt es keine Grenze.

Wie pflege und reinige ich meinen Standesamt-Anzug nach der Hochzeit?

Nicht in die Waschmaschine – Wollanzüge gehören zur Reinigung, Lüften und Ausbürsten nach dem Tragen reicht für die Erhaltung.

Nach dem Tragen: Anzug auf einen breiten Holzbügel hängen, mindestens 24 Stunden lüften lassen. Kleine Flecken mit einem feuchten Tuch abtupfen, nicht reiben. Einmal pro Saison zur professionellen Reinigung – nicht öfter, da häufiges Reinigen Stoff und Futter angreift. Im Kleiderschrank in einer Anzugschutzhülle aufbewahren, nicht zusammengefaltet.

Häufige Fragen

Muss ich zum Standesamt unbedingt eine Krawatte tragen?

Nein, eine Pflicht gibt es nicht. Aber ein offener Kragen wirkt auf Fotos oft unfertig. Wer auf Krawatte verzichtet, wählt zumindest ein gut sitzendes Hemd und schließt den obersten Knopf nicht auf, sondern lässt ihn locker aber bewusst offen.

Kann der Bräutigam am Standesamt auch ohne Sakko erscheinen?

Technisch ja – aber es wirkt unvollständig. Das Sakko ist das formgebende Element eines Anzugs. Wer im Sommer Abkühlung braucht, trägt das Sakko zumindest während der Zeremonie selbst.

Wie früh sollte ich den Anzug vor dem Standesamt kaufen?

Mindestens vier bis sechs Wochen vorher. So bleibt genug Zeit für Änderungen beim Schneider. Wer einen Maßanzug ordert, plant drei bis vier Monate ein.

Darf ich am Standesamt einen Anzug ohne Krawatte und Einstecktuch tragen?

Ja, das ist möglich. Ohne beides wirkt der Look cleaner und moderner. Wichtig ist dann, dass Hemd und Anzug in Schnitt und Farbe perfekt aufeinander abgestimmt sind – sonst fehlt dem Outfit der nötige Halt.

Kann ich einen Anzug in einer ungewöhnlichen Farbe wie Dunkelgrün oder Weinrot zum Standesamt tragen?

Mit Bedacht ja. Dunkelgrün oder Weinrot können sehr elegant wirken, setzen aber stilistisches Selbstbewusstsein voraus. Der Rest des Outfits muss dann besonders sorgfältig abgestimmt sein.

Fazit

Ein guter Anzug fürs Standesamt ist keine Frage von Perfektion – er ist eine Frage der Haltung. Wer mit einem gut sitzenden Marineblau- oder Grauanzug, einem sauberen weißen Hemd und gepflegten Lederschuhen erscheint, macht nichts falsch. Wer darüber hinaus Passform, Stoff und Accessoires bewusst wählt, macht es richtig. Der Moment selbst ist das Wichtigste – der Anzug sollte ihn unterstreichen, nicht ablenken.

Redaktion